Nach so vielen Jahren wieder studieren? Ja, das mach ich und falls du jetzt fragst „Warum tust du dir das denn an?“, dann lies am besten weiter.

Es stimmt schon, rein wirtschaftlich gesehen, habe ich „nichts davon“. Ich habe ein abgeschlossenes Publizistik und Politikwissenschaftsstudium, ich habe einen entsprechenden Job, ich habe schon viel gesehen und erlebt. Also warum dann, warum nicht einfach „nichts tun/chillen“?

„Nichts davon“ gibt es einfach nicht. Was auch immer man macht, man geht mit neuen Erfahrungen weiter, lernt Menschen, neue Ideen kennen und der Horizont wächst. Ich bin gespannt und neugierig, was auf mich zukommen wird. Und „ich tue mir auch nichts an“, das wäre nur im Nichtstun der Fall und das ist möglichweise ein Paradoxon.

Als ich 1985 zu studieren begann, habe ich auch aus Interesse ein paar Vorlesungen in Geschichte und Archäologie besucht. Dort saßen in wirklich großer Zahl Alte im Hörsaal. Das empfand ich als sehr sehr komisch, sogar (ver)störend. Es hat einfach nicht gepasst für mich, in meinem Weltbild, hätten sie doch zu Hause sitzen müssen und ja, was machen…? Das Bild hat mich geprägt, weil diese Alten waren durchwegs klug, gebildet, konnten Sachen sagen, von denen ich keine Ahnung hatte. Und irgendwann habe ich verstanden, dass ich auch weiter lernen will, dass das Lernen und sich bilden nie aufhören soll. Es macht einfach Spaß.

Das habe ich bisher auch immer gelebt und so bin ich jetzt wieder offiziell Studentin im Master Angewandtes Wissenmanagement.