Literatur WM zu den Vorlesungen von #Barachini

Im Zuge der Auseinandersetzung mit den Papers von Franz Barachini http://www.worldscientific.com/doi/abs/10.1142/S0219649203000231, begann ich zu grübeln, wie weit es real möglich ist, an implizites Wissen in einer Organisation so heranzukommen, dass es in Information für alle umgewandelt werden kann. Ein wirklich spannendes Thema mit dem ich mich zumindest für einen kleinen Fachbereich schon länger beschäftige.

Im Vorfeld eine kurze Zusammenfassung des Papers

Wie genau Wissen aus Informationen in unseren Gehirnen produziert wird, ist ungelöst.

Auf der Ebene des Wissensmanagements haben King und andere 2002 in einer Studie herausgefunden, dass die Motivation bei Wissenszirkeln dabei zu sein, ein wichtiger Kernpunkt ist. Eine ähnliche Studie wurde von Barachini in der Schweiz, Deutschland und Österreich durchgeführt, die zum selben Ergebnis kam. Nämlich dass Motivation sogar wichtiger ist,  als die Unterstützung des Managements. So gesehen ist WM nicht nur eine Herausforderung für die IT, sondern vielmehr die Frage, wie man Menschen dazu motivieren kann, wertvolles Wissen zu teilen, sodass das intellektuelle Kapital eines Unternehmens angehoben werden kann.

Ein Unternehmen verfügt über ein gewisses Potential an Wissen (Edvinson et al 1997), dieses zu managen bleibt eine Herausforderung, solange als der Bedarf besteht, dieses implizite Wissen in ein System zu bringen und unter Menschen. Die Bereitschaft hängt von dem Grad des Vertrauens der Menschen in das Unternehmen ab (Huener et. Al 1998)

Auf der anderen Seite gibt es keinen empirischen Beweis, dass mehr Zusammenarbeit mehr Wirkung als Konkurrenz erzeugt. Davenport und andere entdecken aber neue Anreize und Belohnungsformen für das Teilen von Wissen. Wissen war immer schon ein Eckpfeiler um zu überleben, aber ist selten gratis. Insofern muss die Etablierung einer Wissenstransferkultur auch wirtschaftliche Aspekte miteinbeziehen und hängt nicht nur von Vertrauen, Einstellung, Führung und Gruppenzusammengehörigkeit ab.

Die verschiedenen Formen von Wissen werden mittlerweile als kritisches Kapital gesehen. Wenige sehen das ganzheitliche Bild von sich drei überlappenden Disziplinen. Bonifacio et.al 2002 fordern, dass Wissen verbreitet werden kann. Es ist ein Prozess von Wissen kreieren, kodieren und verbreiten. Allerdings wird Wissen von Menschen auch interpretiert und somit wird Wissen zu Information. Wissen ist Privatangelegenheit und stark verbunden mit Werten und Glaubensmustern. Daher kann Wissen eigentlich nur aus  Daten und Information bestehen, aus dem sich der/die Einzelne das persönliche Wissen zusammenstellt. Wissen kann auch nicht mittels Turning Maschine bewiesen werden.

Barachini definiert WM als die sofortige Einführung und als zeitlich limitiertes Management von Gruppen und Ressourcen um gut definierte Ziele voranzutreiben.

Informationsvermittlung

Man definiert zwei Formen: die sofortige Weitergabe von Wissen. Diese Art kann mit den direkten „über den Ladentisch“ Geschäften verglichen werden. Die zweite Form ist eindimensional und kann mit der Arbeit eines/einer Lehrer/in verglichen werden. Man gibt Wissen weiter, in der Hoffnung, dass sie eines Tages angereichert zurückkommt. Dieser Informationsaustausch kann zu Auswahlmöglichkeiten abgebildet werden (vgl. die Kaufoption für Aktien).

Zusammenfassend kann gesagt werden, dass der Erfolg, Wissen mittels Coputer unterstützender Techniken zu kodieren begrenzt ist. Es nicht Wissen, sondern Information, die gelagert wird und diese Information ist auch nicht gratis.

Was nehme ich mit? Was lerne ich daraus?

Will ich nun aus vorhandenem impliziten Wissen meiner KollegInnen Information für alle kreieren, dann ist das kein einfacher Prozess, der von heute auf morgen funktioniert. Ich werde dies also in kleinen Schritten angehen müssen. Spannend. tbc