Habe nun begonnen, mich mit dem Thema Working out loud http://workingoutloud.com/ näher auseinanderzusetzen. Die Grundidee, das persönliche Wissen und auch das woran man arbeitet, zu teilen, finde ich wirklich gut. Besonders interessant sind die niederschwelligen Übungen im Buch wie zB über die eigenen Interessen zu reflektieren und diese niederzuschreiben. Es regt dazu an, sich wieder einmal mit sich selbst, den eigenen Ressourcen und Träumen auseinanderzusetzen. Beim eigenen Tun sind mir die verschiedenen Ansätze zum Thema Burn-out und Resilienz eingefallen. Wie sehr lebe ich meine Träume, habe mein Handeln selbst in der Hand oder bin ich getrieben von Vorgaben und Ängsten? In diesem Zusammenhang beobachte ich immer wieder mich selbst aber auch meine KollegInnen. Wo entsteht Frustration im Arbeitsleben? Sind es wirklich die Rahmenbedingungen, ChefInnen, Vorgaben und/oder zu erledigende Aufgaben, die widerstreben? Ja, sicherlich beeinflussen all diese Faktoren das persönliche private wie berufliche Wohlbefinden. Dennoch bin ich fest davon überzeugt, dass ein Großteil selbst gesteuert werden kann.
Das immer währende Auseinandersetzen mit meinem Tun und vor allem dies in einen realen Bezug mit den vorhanden Möglichkeiten zu stellen, erfordert Disziplin und Mut. Als Osteösterreicherin ist mir das Jammern freilich in die Wiege gelegt und mit „Wenn, dann…“ kann man auch sehr gut Eigenreflexion vor sich herschieben. „Das mache ich dann, wenn ich in Pension bin“ oder „Wenn ich Geld hätte, würde ich ja mehr machen“ und „Wenn ich nicht soviel arbeiten müsste, dann hätte ich ja mehr Zeit für mich.“ Und jede dieser Aussagen hat ihre Richtigkeit, aber sind es nicht auch Ausflüchte, nicht näher hinzuschauen?
#stepper regt in seinem Buch dazu an, hinzuschauen und das ist gut. Was mache ich eigentlich wirklich, vor allem, was arbeite ich? Alle Vollzeitbeschäftigten verbringen die meiste Zeit ihres Lebens in der Arbeit. Arbeit ist wichtig und sinnstiftend -immer! Denn Arbeit hat einen hohen Stellenwert in der Gesellschaft. Wir fragen beim Kennenlernen „Und was machen Sie?“ und machen uns sofort ein Bild vom Gegenüber. Wie irritierend wäre es doch, wenn jemand einmal antwortet „Ich liebe es, in meinem Garten zu arbeiten.“ oder „Ich gehe gerne mit meinem Hund spazieren.“ Würden wir nicht sofort denken „Aha, also arbeitslos und will es nicht sagen.“ Ich würde so denken.
Und wenn mir jemand keine Berufsbezeichnung zuwirft, sondern seine/ihre Fähigkeiten und Kompetenzen und noch mehr, mir anbietet, in sein/ihr Netzwerk einzusteigen, wäre ich genauso irritiert.
Ich bin überzeugt, dass die Zeiten sich ändern werden und dass sich Kommunikation in diese Richtung veränderen wird.
Sprechen wir mehr über unsere Kompetenzen, sprechen wir mehr über unsere Vorlieben und Träume und es wird uns helfen, andere Interessierte zu finden und möglicherweise neue Aufgaben.
Arbeitswissen zu teilen, hat Vorteile. Ich hoffe, wir werden eine offenere Gesellschaft, weg von reinem Konkurrenzdenken und Ellbogen. Teilen ist gut, das beschrieben schon Philosophen und Religionen.
http://workingoutloud.com/